![]() |
| | |||
Wissenswertes über HartmetallInhaltsverzeichnis
7 Bearbeitung von Hartmetall (2)7.1 SchleifwerkzeugeDas Einsatzverhalten der Schleifscheiben bei der Bearbeitung von Hartmetall wird weiterhin durch die Eigenschaften der Bindung geprägt. Man unterscheidet zwischen Metall-, Keramik- und Kunstharzbindungen sowie galvanisch belegten Werkzeugen. Die Härte der Bindung ist dabei für den Widerstand gegen Kornausbruch kennzeichnend. Die Verschleißbeständigkeit von Hartmetall beschreibt den Widerstand gegen Bindungsabrieb durch Späne. Neben der Einbindung des Diamanten besteht eine weitere Hauptfunktion der Bindung darin, den notwendigen Spanraum für den Abtransport der Späne bereitzustellen. Mit Ausnahme der keramischen Bindungen weisen die verschiedenen Bindungssysteme keine Poren auf, so daß der Spanraum durch einen Überstand der Körner über das Bindungsniveau eingestellt werden muß. Für einen stationären Bearbeitungsprozeß müssen sich nach dem Konditionieren der Korn- und Bindungsverschleiß gleichmäßig fortsetzen, das heißt Korn- und Bindungseigenschaften müssen für die jeweilige Schleifaufgabe genau abgestimmt werden. Neuentwicklungen auf dem Bindungssektor haben dazu geführt, daß die Kombination von keramischer Bindung und Diamant als Schleifstoff für die Bearbeitung von Hartmetall zunehmend an Bedeutung gewinnt. Neben dem Vorteil eines in weiten Bereichen einstellbaren Porenvolumens dieser Bindungsart stellt insbesondere die leichte Konditionierbarkeit der Schleifscheiben einen bedeutenden Einsatzvorteil dar. 7.2 Einsatzvorbereitung der WerkzeugeDas Einsatzverhalten von Schleifscheiben wird durch die Konditionierung (Einsatzvorbereitung) beeinflußt. Bei der Scheibenkonditionierung muß zwischen verschiedenen Prozessen unterschieden werden. Das Profilieren der Schleifscheibe dient der Erzeugung der Scheibengeometrie. Der Hartmetall-Schärfprozeß erzeugt eine bestimmte Topographie durch die Entfernung von Bindungsmaterial und Spänen und erzeugt so den notwendigen Spanraum. Zusätzlich erhalten die einzelnen Schleifkörner durch diesen Prozeß wieder scharfe Schneidkanten. Der Prozeß des Reinigens dient schließlich der Entfernung von Abspanprodukten aus dem Spanraum. Für die verschiedenen Teilaufgaben kommen je nach Schleifstoff und Bindungssystem unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Für das Profilieren von Diamantschleifscheiben werden in erster Linie Siliciumcarbidschleifscheiben eingesetzt. Daneben finden aber auch Rollen aus Hartmetall, Stahl oder Diamant sowie elektrochemische Verfahren Anwendung. Für das Schärfen der Werkzeuge werden Korundsteine verwendet. Das Reinigen kann ebenfalls mit der Hilfe von Korundsteinen oder aber mit Hochdruckreinigungsanlagen durchgeführt werden. 7.3 Schleifen von HartmetallZum Schleifen von Hartmetall mit geringen Schleifkräften und geringen Werkstückbeeinflussungen haben sich Kunstharzbindungen bewährt. Auch hohe Zeitspanvolumina lassen sich mit diesen Bindungssystemen realisieren. Infolge ihrer Bindungseigenschaften können Kunstharzbindungen sowohl zum Trocken- als auch zum Naßschliff von Hartmetallen verwendet werden. Die verwendeten Phenol- und Polyimidbindungen können durch Zusatz von keramischen und metallischen Füllstoffen den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Bearbeitungsaufgabe angepaßt werden. Diese Bindungsart wird daher in der Mehrzahl aller Anwendungsfälle eingesetzt. Steht als Zielgröße ein möglichst geringer Werkzeugverschleiß im Vordergrund, wie dieses beim Schleifen von Profilen der Fall ist, so sind Metallbindungen vorteilhaft. Es kommen bei diesem Bindungstyp blockige Diamantkörnungen zum Einsatz, die von der Metallbindung sehr fest gehalten werden und somit das Werkzeug verschleißbeständig und stoß-
|
| © 2001 - 2010 Hartmetall-Gesellschaft Bingmann GmbH & Co. Impressum |